Der Kopf eines  erwachsenen Menschen wiegt zwischen 4 und 6 kg. Neigen Benutzer beim Blick auf das Handy/Display das Haupt nach vorne, wirken Kräfte auf die Halsmuskulatur, die umso stärker sind, je größer der Neigungswinkel ist.  Eine Neigung von 15° entspricht zusätzlichen 13 kg. Bei 45° (so krumm macht sich ein Handynutzer, der sich über sein Gerät beugt) lasten über 20 kg auf Hals und Rücken. Das entspricht dem Gewicht eines Kasten Wassers. Menschen, die Smartphones oder Tablets oft über längere Zeit nutzen, strapazieren somit Muskeln, Sehnen und Bandscheiben der HWS gleichermaßen. Dies führt zu Muskelverhärtungen konsekutiv zu einer Schonhaltung. Als Folge drohen Schmerzen im Schulter-/Nackenbereich, Kopfschmerzen und Verschleißerscheinungen.Langzeitnutzer sollten somit regelmäßig Pausen einlegen und zwischendurch Lockerungsübungen machen. Zudem sollte der Nutzer darauf achten, das Gerät höher vor das Gesicht zu halten anstatt den Kopf zu senken. Generell ist es ratsam, die Rücken- und Nackenmuskulatur durch geeignete Übungen zu stärken. Die einfachste Übung lautet: Öfter mal das Handy abschalten.

 

 

Zur Sicherung der Diagnose einer Coxarthrose wird üblicherweise ein Röntgenbild angefertigt. 

Chan Kim und Kollegen von der Universität in Boston warnen jedoch davor, sich ausschließlich auf den radiologischen Befund zu verlassen. Die Ärzte habe die Kongruenz von Beschwerden und Bildgebung anhand von Daten aus zwei Studien untersucht (Kim C et al. Association of hip pain with radiographic evidence of hip osteoarthritis:diagnostic test study. BMJ 2015; 351: h5983;Doi: 10.1136/bmj.h5983).

In der Framingham Osteoarthritis Study mit 946 Teilnehmern (mittleres Alter 63 Jahre) verursachten 255 (von 1.850) Hüften (13 %)  häufig Schmerzen. Allerdings bestand nur bei 15,6 % dieser Hüften auch eine radiologische Evidenz für eine Arthrose. Umgekehrt waren von den Hüften, die laut Röntgenbefund eine Arthrose aufwiesen, nur 20,7 % oft schmerzhaft. Für den Leistenschmerz lagen Sensitivität und Spezifität des Röntgenbefundes bei 36,7 % und 90,5 %. Insgesamt betrug der positive Vorhersagewert lediglich 6 %. In der Osteoarthritis-Initiative mit 4.366 Teilnehmern (mittleres Alter 61 Jahre) und einer Hüftschmerzprävalenz von 16,4 % hatten sogar nur 9,1 % der symptomatischen Patienten einen entsprechenden Röntgenbefund. Von den gemäß Röntgenbild arthrotischen Hüften machten sich umgekehrt nur 23 % durch Schmerzen bemerkbar. Die meisten älteren Studienteilnehmer, deren Symptome dringend Coxarthrose verdächtig waren, hatten keine entsprechenden Röntgenbefunde, so die Autoren. Weil aber eine unbehandelte Arthrose negative Folgen hat – Schmerzen und Funktionseinschränkungen, erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen – empfehlen die Mediziner, „die Evaluation und Behandlung einer klinisch diagnostizierten Coxarthrose trotz negativer Röntgenbefunde fortzusetzen.“

 

 

Anlässlich der 64. Jahrestagung der Orthopäden diskutierten Fachärzte Kreuzbandverletzungen am Kniegelenk unter der Fragestellung, wann diese noch konservativ behandelt werden können, und wann eine Operation indiziert ist. Auf einem von Heel unterstützten Symposium verwies Dr. Tobias Jung, Charité Berlin, auf das gute Heilungspotenzial bei Rupturen von vorderen und hinteren Kreuzbändern. Treten Komplikationen hinzu, wie ein Knochenausriss, ist aber meist eine Operation indiziert.

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes wird oftmals muskulär kompensiert. Dies demonstrierte Jung anhand eigener Gang- und Laufanalysen von Sportlern mit VKB-Ruptur. Dabei konnte eine signifikant verringerte AP-Translation (vorne-hinten Verschiebung innerhalb des Kniegelenkes) auf der Läsionsseite im Unterschied zur gesunden Seite gefunden werden. Offenbar setzen Patienten mit Knieinstabilitäten zur Stabilisierung des Gelenkes während einer dynamischen Bewegung erhöhte Muskelkräfte ein – unter der Voraussetzung, sie verfügen über diese Möglichkeiten. Hinzu kommt, erklärte der Orthopäde, dass zahlreiche unbehandelte oder konservativ behandelte VKB-Rupturen, wenn späterhin eine Bildgebung und eine OP gemacht wurde, aus oftmals anderen Gründen nicht mehr als solche erkennbar war. Die Ruptur ist also prinzipiell dazu in der Lage, selbstständig wieder zu heilen. Die Position „kontra OP“ wird unterstützt durch die Arbeit von Tsoukas und Kollegen, die in einer Untersuchung 10 Jahre nach Rupturereignis keinen Unterschied zwischen den Personen, die sich einer OP unterzogen hatte, und den Nichtoperierten finden konnten.

Ebensowenig konnte in einer anderen Untersuchung wiederum OP vs. konservative Behandlung ein Unterschied hinsichtlich der Entstehung einer Arthrose im Kniegelenk dargestellt werden, was denkbar wäre aufgrund einer zunehmenden länger dauernden Instabilität bei Nicht-OP und den damit aufgetretenen größeren Reibungskräften.

Quelle: Satellitensymposium „Konservative vs. operative Therapie von Knieverletzungen – ein Konflikt?“ am 29. April 2016 im Rahmen der 64. Jahrestagung der Orthopäden in Baden-Baden.