Patienten mit Gelenkersatz bei schweren Hüft- oder Kniegelenksarthrosen haben nicht nur bessere Chancen, wieder normal gehen zu können, auch das Risiko für kardiovaskuläre Zwischenfälle verringert sich signifikant. Das haben kanadische Orthopäden in einer Studie festgestellt, in der sie die Auswirkungen von Hüft- bzw. Knie-TEP’s auf kardiovaskuläre Ereignisse positiv untersuchten.

Ausgewertet wurden Daten von 2.200 Arthrosepatienten über 50 Jahren mit TEP-Versorgung. Das Follow-up betrug 7 Jahre. Erfasst wurde die Zahl der Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzinsuffizienzen und Konorareingriffe von Patienten mit oder ohne TEP.

Kardiovaskuläre Ereignisse ereilten 36,3 % der Studienteilnehmer. Patienten mit TEP hatten während des Follow-up ein 44 % niedrigeres Risiko, wegen einer definierten Herzgefäßerkrankung behandelt zu müssen oder gar daran zu versterben.

Als mögliche Ursache des günstigen Effektes von Hüft- oder Knieendoprothesen auf Herz- und Gefäße nennen die Autoren u. a. die bessere postoperative Mobilität der Patienten und ein verminderter Verbrauch von entzündungshemmenden Medikamenten.

Der Anteil übergewichtiger Kinder hat in den vergangenen 10 Jahren um 60 % zugenommen. Die Mehrheit dieser Heranwachsenden ist auch im Erwachsenenalter übergewichtig und leidet an schweren Folgeerkrankungen wie Arthrose.

Um den Betroffenen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen und das Gesundheitssystem zu entlasten,, fordern Orthopäden und Unfallchirurgen staatlich geförderte Präventionsprogramme in Kindergärten und Schulen. Eine Stunde aktive Bewegung pro Tag sollte dabei Pflicht sein. Nur ein Drittel aller Jungen und ein Fünftel aller Mädchen bewegt sich täglich eine Stunde. Damit kommen nur die wenigsten Kinder auf die von Orthopäden empfohlene Mindestzeit von 30 bis 60 Minuten Bewegung am Tag.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie

Eine Kalziumzufuhr von mehr als 1400 mg pro Tag ist offenbar schädlich. Bei Frauen geht sie mit einer erhöhten kardiovaskulär bedingten Sterblichkeit einher. Besonders gefährdet scheinen Frauen, die trotz hoher Kalziumzufuhr über die Nahrung auch noch Kalzium in Tablettenform zu sich nehmen.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse sowie erhöhter Kalziumzufuhr hergestellt. Zuletzt hat eine Studie ergeben, dass Männer, die hochdosiert (über 1000 mg Kalzium/d) Kalzium supplementieren, ein erhöhtes Risiko haben, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Nun zeigte eine Studie aus Schweden, dass große Mengen an Kalzium auch für Frauen zu viel des Guten sein können.

Am höchsten war die kardiovaskuläre Mortalität bei Frauen, deren Ernährung mehr als 1400 mg Kalzium pro Tag enthielt. Ihre Sterberate lag um 40 % höher als jene von Frauen, die täglich nur 600 – 999 mg Kalzium über die Nahrung konsumierten. Die Mortalität durch kardiovaskuläre Ereignisse bzw. durch eine ischämische Herzkrankheit war ebenfalls deutlich gesteigert und zwar um 49 %. Keinen Einfluss hatte hohe Kalziumzufuhr dagegen auf die Gefahr eines tödlichen Schlaganfalls.

Jede vierte Studienteilnehmerin führte sich Kalzium auch in Tablettenform zu. Ein Anstieg der Mortalität erfolgte aber lediglich bei Frauen, die bereits über die Ernährung mehr als täglich 1400 mg Kalzium zu sich nahmen. Da offenbar besonders die Kombination aus sehr kalziumreicher Ernährung plus dem Gebrauch von Kalziumtabletten die Mortalität nach oben treibt, empfehlen die Autoren, eine Erhöhung der Kalziumzufuhr zur Frakturprävention auf ältere Menschen mit niedriger Kalziumaufnahme via Nahrungsaufnahme zu beschränken.

Diese Empfehlungen decken sich auch weitgehend mit der Leitlinie des Dachverbandes Osteologie. Dort heißt es, dass eine Tageszufuhr von 1000 mg Kalzium zur Osteoporoseprävention ausreicht. Dieser Bedarf sei meistens über kalziumreiche Lebensmittel wie Käse, Milch oder Joghurt sowie Mineralwasser zu decken. Michaelsson, K. et al. Long term calcium intake and rates of all cause and cardiovascular mortality, BMJ 2013; 346: f228.