Eine Kalziumzufuhr von mehr als 1400 mg pro Tag ist offenbar schädlich. Bei Frauen geht sie mit einer erhöhten kardiovaskulär bedingten Sterblichkeit einher. Besonders gefährdet scheinen Frauen, die trotz hoher Kalziumzufuhr über die Nahrung auch noch Kalzium in Tablettenform zu sich nehmen.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse sowie erhöhter Kalziumzufuhr hergestellt. Zuletzt hat eine Studie ergeben, dass Männer, die hochdosiert (über 1000 mg Kalzium/d) Kalzium supplementieren, ein erhöhtes Risiko haben, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Nun zeigte eine Studie aus Schweden, dass große Mengen an Kalzium auch für Frauen zu viel des Guten sein können.

Am höchsten war die kardiovaskuläre Mortalität bei Frauen, deren Ernährung mehr als 1400 mg Kalzium pro Tag enthielt. Ihre Sterberate lag um 40 % höher als jene von Frauen, die täglich nur 600 – 999 mg Kalzium über die Nahrung konsumierten. Die Mortalität durch kardiovaskuläre Ereignisse bzw. durch eine ischämische Herzkrankheit war ebenfalls deutlich gesteigert und zwar um 49 %. Keinen Einfluss hatte hohe Kalziumzufuhr dagegen auf die Gefahr eines tödlichen Schlaganfalls.

Jede vierte Studienteilnehmerin führte sich Kalzium auch in Tablettenform zu. Ein Anstieg der Mortalität erfolgte aber lediglich bei Frauen, die bereits über die Ernährung mehr als täglich 1400 mg Kalzium zu sich nahmen. Da offenbar besonders die Kombination aus sehr kalziumreicher Ernährung plus dem Gebrauch von Kalziumtabletten die Mortalität nach oben treibt, empfehlen die Autoren, eine Erhöhung der Kalziumzufuhr zur Frakturprävention auf ältere Menschen mit niedriger Kalziumaufnahme via Nahrungsaufnahme zu beschränken.

Diese Empfehlungen decken sich auch weitgehend mit der Leitlinie des Dachverbandes Osteologie. Dort heißt es, dass eine Tageszufuhr von 1000 mg Kalzium zur Osteoporoseprävention ausreicht. Dieser Bedarf sei meistens über kalziumreiche Lebensmittel wie Käse, Milch oder Joghurt sowie Mineralwasser zu decken. Michaelsson, K. et al. Long term calcium intake and rates of all cause and cardiovascular mortality, BMJ 2013; 346: f228.

Der Mensch sollte zur Vorsorge eines Vitamin D-Mangels bzw. einer Osteoporose nicht ins Solarium gehen, betonte die Deutsche Dermatologische Gesellschaft.  Dermatologen und Strahlenschützer wenden sich mit dieser Klarstellung auch gegen PR-Kampagnen, die zur Solariumnutzung gegen Vitamin D-Mangel auffordern. Dem versprochenen Nutzen steht das reale Risiko gravierender Langzeitfolgen gegenüber. So haben sich in den vergangenen 30 Jahren die Zahlen der UV-bedingten Hautkrebserkrankungen verdreifacht, wobei ursächlich eine übermäßige UV-Belastung angeführt wird.
Der Vitamin D-Spiegel des Körpers schwankt natürlicherweise mit den Jahreszeiten. Zum Ende des Winters sinkt der Vitamin D-Spiegel, weil der Körper das im Sommer gespeicherte Vitamin D verbraucht. Somit sollte man im Normalfall in den Sommermonaten regelmäßig ins Freie gehen und sich ausgewogen ernähren. Bei extremem Vitamin D-Mangel sollte die orale Substitution erfolgen.

Muskeln durch Training aufzubauen ist ein mühsames und schweißtreibendes Geduldsspiel. Jugendliche Sixpack-Freaks versuchen offenbar zunehmend, schneller auf die Gewinnerseite zu gelangen und greifen dabei zu teilweise riskanten Mitteln, wie eine Studie von Marla E. Eisenberg et al. von der Universität Minnesota/USA offenbart. Um die Methoden zum Muskelaufbau für Jugendliche zu untersuchen, werteten die Autoren die Daten der EAT 2010 (Eating and Activity in Teens) aus (Pediatrics doi:10.1542/peds.2012-0095). Die 2793 Studienteilnehmer waren im Mittel 14,4 Jahre alt und zu 46,8 % männlich, 58 % waren in mindestens einem Sportteam aktiv. Mehr als 90 % der Befragten versuchten, den Muskelaufbau zu beschleunigen, indem sie verstärkt trainierten. So weit, so richtig. Fast 35 % der männlichen Mucki-Fans konsumierten aber auch Proteinpulver oder –shakes, um ihren Muskeln auf die Sprünge zu helfen, 6,3 % davon häufig. 10,5 % der Jugendlichen hatten im Jahr vor der Befragung muskelaufbauende Präparate, fast 6 % hatten gar zur Steroiden gegriffen. Auch unter den Mädchen war der Steroidkonsum mit 4,6 % und der Gebrauch anderer Muskelaufbaupräparate mit 5,5 % keineswegs selten.

Literaturangabe: Christine Starostzik, aus Orthopädie and Trauma, April 2013