Vorfusschirurgie

Hallux valgus (Ballenzehe)

Der Hallux valgus betrifft vermehrt Frauen im mittleren Lebensalter, die Schuhe tragen.
Solange wir Schuhe tragen - und das wird sich wohl auch zukünftig nicht vermeiden lassen – wird die Tendenz zur Entstehung von Vorfussdeformitäten wie der Hallux valgus bestehen bleiben.
Eine Untersuchung in China zeigt z.B., dass 33% der Chinesen, die Schuhe trugen, einen Hallux valgus entwickelten und nur 1,9% der Chinesen, die keine Schuhe trugen.
Vererbt wird der ausgebildete Hallux valgus nicht, lediglich die biomechanischen Veranlagungen.
Der Zeitpunkt zur operativen Korrektur ist dann gegeben, wenn die Schuhversorgung zum schmerzfreien Gehen kaum noch gewährleistet wird, der Vorfuss stark schmerzt oder/und häufige Entzündungen im Bereich des Ballens auftreten.
Somit ist der Leidensdruck des Betroffenen entscheidungsführend.
Die nicht operative Therapie mittels orthopädischer Einlagenversorgung führt nur bei milden Fehlstellungen zu befriedigenden Ergebnissen.

Die Operationsmethode ist von diversen Kriterien abhängig, die u.a. mithilfe des Röntgenbildes ermittelt werden.
Jede Operation wird ganz individuell auf den Betroffenen zugeschnitten.
In der Regel wird bei der Operation eine Kombination aus einem Weichteileingriff (Kapsel – Bänder – Sehnen) und am Knochen mit Metallanlage (Plättchen – Schrauben) durchgeführt.
Nach der Operation muss meistens ein spezifischer orthopädischer Schuh (Vorfussentlastungsschuh) vorübergehend für einen Zeitraum von 6 Wochen getragen werden. Dabei werden Unterarmgehstützen nicht benötigt. Anschliessend darf wieder ein Konfektionsschuh angezogen werden.

 

Hammerzehen – Krallenzehen

Die Hammerzehe bzw. die Krallenzehe ist die häufigste Deformität des Vorfusses des Erwachsenen und betrifft die II. bis V. Zehe, also nicht die Grosszehe, sondern die Kleinzehen.
Die betroffenen Zehen haben ihre Beugedeformität im Mittelgelenk und dementsprechend häufig eine schmerzhaft störende Hornhautschwiele an dieser Stelle.
Auch hier fördern generell die Schuhe, insbesondere enge Schuhe im Zehenbereich, diese Beugefehlstellung.
Die nicht operativen Therapieoptionen bei noch beweglichen Mittelgelenken in Form von orthopädischer Einlagenversorgung und lokalen Polstern sind in den wenigsten Fällen befriedigend.
Sind die Mittelgelenke der deformierten Zehen fixiert, also nicht mehr beweglich, bleibt nur noch die operative Korrektur.
Die Operation ist dann anzuraten, wenn der Leidensdruck durch Schmerzen und schwierige Schuhversorgung entsprechend hoch ist. Die operative Korrektur ist häufig eine Kombination aus Weichteil- (Kapsel, Bänder, Sehnen) und Knocheneingriff, die ganz individuell auf den Betroffenen zugeschnitten wird. Nicht selten ist auch das Einbringen eines dünnen Drahtes notwendig, der in der Regel 2 Wochen belassen wird. 
Dieser Draht wird dann letztendlich schnell, einfach und vor allem schmerzarm problemlos in der Praxis entfernt.
In den Fällen einer Drahteinbringung, ist für den besagten Zeitraum ein spezieller orthopädischer Schuh (Vorfussentlastungsschuh) zu tragen. Ohne Drahteinbringung ist die operative Nachbehandlung im weitgeschnittenen, bequemen Konfektionsschuh möglich.

Oft treten Hammer- oder Krallenzehen im Rahmen einer Hallux valgus (Ballenzehe) Deformität auf. In diesen Fällen können selbstverständlich sämtliche Gross- und Kleinzehendeformitäten in einer operativen Sitzung korrigiert werden.

 

Hallux rigidus – Arthrose des Großzehengrundgelenkes

Entsteht eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenkes, wird dieses als Hallux rigidus bezeichnet. Im Vordergrund steht dabei der Schmerz beim Abrollen über die Großzehe und die Schwellung des Gelenkes. Zeigt sich im Röntgenbild lediglich eine Arthrose des oberen Gelenkbereiches mit knöchernen Randanbauten, besteht die Möglichkeit eines gelenkerhaltenden Eingriffes im Sinne einer Cheilektomie. Dabei werden die knöchernen Randbauten abgetragen, sodass wieder ein schmerzreduzierter Abrollvorgang gewährleistet wird. Nach der Operation darf der Fuß ohne spezielle Hilfsmittel im bequemen Konfektionsschuh voll belastet werden.