Osteoporose

Osteoporose heißt wörtlich übersetzt "poröser Knochen". Wenn das Verhältnis zwischen Knochenabbau und -Aufbau aus dem Gleichgewicht gerät und dabei der Knochenabbau überwiegt, verlieren die Knochen an Substanz.

Die Abnahme der Knochenmasse und der Abbau von Bälkchenstruktur führt dazu, daß die Knochen ihre Stabilität verlieren. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Knochen so porös, daß bereits kleine Stürze, aber auch alltägliche Handgriffe, wie das Heben eines schweren Eimers zu einem Knochenbruch führen können. Besonders anfällig bei Osteoporose sind Wirbelkörper, Oberschenkelhals und Handgelenke. Ein Rundrücken, auch "Witwenbuckel" genannt, kann ein sichtbares Zeichen für Osteoporose: Er entsteht, wenn geschädigte Wirbelkörper einbrechen, weil sie der Belastung nicht mehr standhalten.

Osteoporose zählt heute zu den häufigsten Skeletterkrankungen. Allein in Deutschland leiden ca. 5-7 Millionen Menschen an dieser Volkskrankheit. Die meisten von ihnen sind Frauen in und nach den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose). Die altersbedingte Osteoporose (senile Osteoporose) spielt auf Grund der immer höher werdenden Lebenserwartung ebenfalls eine große Rolle. Daran erkranken etwa doppelt so viele Frauen wie Männer.

Auf- und Abbau von Knochenmasse werden vom Körper ständig reguliert. Bei der Osteoporose verlieren die Knochen mehr Substanz als ersetzt wird. Dadurch werden sie porös und dünner; schließlich brechen sie bereits bei geringer Belastung.

Die Ursache für die Entstehung von Osteoporosen sind vielfältig. Bereits ab einem Alter von 35 Jahren verlieren die Knochen an Substanz - jährlich ist es etwa 1% der Knochenmasse aber auch erbliche Veranlagung, hormonelle Veränderungen, Stoffwechselstörungen, Medikamenteneinnahme (z.B. Cortison) und Ernährungsmängel gelten als Risikofaktoren. Zweifellos gehören Frauen in und nach den Wechseljahren zur größten Risikogruppe. Der Knochenmassenverlust kann sich bei Frauen in und kurz nach den Wechseljahren oft bis zu 5% jährlich steigern.

Osteoporose ist eine ernstzunehmende und behandelbare Krankheit. Die Osteoporosetherapie steht grundsätzlich auf 3 Säulen. Eine davon ist die medikamentöse Therapie. Sie wird gezielt eingesetzt, um den Knochendichtemassenverlust aufzuhalten, die Knochenmasse wieder aufzubauen und Knochenbrüche zu verhindern. So kann die schmerzbedingte Bewegungseinschränkung verhindert werden. Die Umstellung der Ernährung auf eine ausgewogene Mischkost mit hohem Calciumanteil ist die zweite Säule der Therapie. Und schließlich wird das Therapiekonzept durch ein individuelles Bewegungsprogramm abgerundet. All diese drei Therapien sind für die Behandlung wichtig.

Informationen zum Qualifizierungszertifikat „Osteologe DVO“

Der Dachverband der osteologischen Gesellschaften (DVO) zertifiziert Ärzte, die in besonderer Weise Erfahrungen in der Osteologie gesammelt haben, sich einem definierten Ausbildungskurrikulum des DVO mit Erfolgskontrollen unterzogen haben, sich in Klinik oder Praxis schwerpunktmäßig der Versorgung von Patienten mit osteologischen Erkrankungen (Knochenerkrankungen) widmen und die darüber hinaus an einer regelmäßigen definierten Weiterbildung nach den Richtlinien des DVO teilnehmen.
Diese Ärzte dürfen das Zertifikat „Osteologe DVO“ führen. Über die Vergabe und die fortdauernde Zuerkennung des Zertifikates „ Osteologe DVO“ entscheidet allein der DVO nach fest vorgegebenen Regularien.

Definition der Osteologie:

Die Osteologie im Sinne dieser Zertifizierung des DVO umfasst die Physiologie und Pathophysiologie des Knochens sowie die Diagnose, Prophylaxe und Therapie der lokalisierten und generalisierten Erkrankung des Knochens als Gewebe und/ oder Teil der muskolo-skelettalen Funktionseinheit, des weiteren systemische Erkrankungen mit Auswirkungen auf den Knochen.
Die wichtigste osteologische Erkrankung ist die Osteoporose.

Osteoporose - Fragebogen: Prüfen Sie Ihr individuelles Osteoporose-Risiko